Boys on the Run

Boys on the Run5Orphelin, Charlie est élevé par des parents adoptifs qu’il ne supporte pas. Il met le feu à leur garage, ce qui lui vaut d’être envoyé dans une maison de correction. C’est là qu’il fait la connaissance de Roark, un adolescent difficile dont il devient le meilleur ami. Un jour, les deux complices décident de s’évader. Leur entreprise est un succès et les deux adolescents se retrouvent dans la nature sauvage et déserte. Ils croisent la route de Raindrop, une jeune fille de leur âge, qui fuit son père, capitaine de milice tyrannique. Commence alors une traque sans pitié, où les trois jeunes gens doivent échapper aux sbires du père de Raindrop, lancés à leurs trousses…

Amerikanische Träume

Der Luxemburger Regisseur Pol Cruchten wagte mit seinem dritten Spielfilm BOYS ON THE RUN einen Ausflug in die US-Traumfabrik.

Es ist der große amerikanische Mythos: Zwei Männer und eine Straße. Kein vom Stau verstopfter Highway, sondern die Straße in Urform, leer und endlos. Unzählige Schriftsteller und Regisseure ließen sich bereits von dieser Kulisse inspirieren. Mark Twain schickte Tom Sawyer und Huckleberry Finn auf die Reise, Jack Kerouac setzte in ‚On the Road’ dem reisenden Doppel ein ewiges Denkmal.

Aber warum dreht gerade ein luxemburgischer Regisseur einen Spielfilm in der amerikanischen Wildnis? Mit BOYS ON THE RUN erfüllte sich Pol Cruchten im Jahr 2000 einen langgehegten Traum.

Junge Wilde

Charlie (Jesse Littlejohn) spielt gerne mit dem Feuer. Er rächt sich auf seine Weise an den Adoptivfamilien, die ihn aufnehmen, nur um staatliche Unterstützung zu bekommen und sich um den elternlosen Jungen nicht wirklich sorgen. Deshalb landet Charlie in Beaufort, einer Besserungsanstalt, in der von dem Pfad der Tugend abgekommene Jugendliche, mit militärischem Drill wieder zur Räson gebracht werden sollen.

Wie erwartet gerät Charlie aber dort erst so richtig auf die schiefe Bahn, vor allem als er die Bekanntschaft mit Jack (James Laferty) macht, der ein Faible für Autos hat, besonders für die die ihm nicht gehören. Die bei den Jungs reißen aus und planen sich – ganz in Thoreaus Sinn – in der Wildnis ein gemütliches Leben zu machen. Doch dann stürzt ein geheimnisvolles Mädchen in ihr Kanu und plötzlich fallen Schüsse…

Pol Cruchten sorgte mit seinem ersten Spielfilm HOCHZÄITSNUECHT 1992 für eine kleine Sensation, indem er nach Cannes eingeladen wurde und danach, 1993, den Max Ophüls Preis gewann. Nachdem er dann 1996 mit dem mittlerweile verstorbenen französischen Schauspieler Philippe Leotard BLACK DJU drehte, wagte sich der Filmemacher an „den“ amerikanischen Mythos par excellence: das Road-Movie.

Charlie und Jack wirken in der Tat wie eine jüngere Version des legendären Gespanns Paradise und Cassidy aus ‚On the Road’: Charlie ist der verträumte Paradise, Jack der tragische Draufgänger. Nur die Abenteuer die Jack und Charlie erleben sind zweifellos brandaktuell.

Pol Cruchten während Dreharbeiten an seinem Film BOYS ON THE RUN. Foto: Paul Lesch

Natürlich ist es eine Frau, die das Unheil über die beiden Jungs bringt. Raquel Beaudine, alias Raindrop, ist die Tochter eines skrupellosen Terroristen, der in der Abgeschiedenheit seine finsteren Pläne schmiedet. Das Mädchen reißt aus, um das Himmelfahrtskommando doch noch zu stoppen und erhält dabei tatkräftige Hilfe von Jack und Charlie. Doch bald wird die Situation ziemlich brenzlig… Die Schergen des „Captains“ (übrigens gespielt von Ron Perlman) heften sich schwer bewaffnet an die Fersen der Jugendlichen. Es kommt zum sehr dramatischen Showdown. „Der Film ist eigentlich eine Reflexion über Jugendliche und Gewalt. Darüber, wie ein Unschuldiger gegen seinen Willen den Umgang mit der Waffe lernen muss“, erklärt Cruchten.

Lauter Leckereien

Das Drehbuch zu BOYS ON THE RUN stammt von Frank Feitler, mit dem Cruchten bereits für BLACK DJU zusammenarbeitete. Der Produzent Tarak Ben Ammar ist Tunesier. Und doch ist BOYS ON THE RUN eine zutiefst amerikanische Angelegenheit. „Ich wollte immer schon einmal in den ‚grandes espaces’ drehen.“ Tarak Ben Ammar ermöglichte es Pol Cruchten, mit Top-Leuten aus dem US-Filmgeschäft zusammenzuarbeiten, unter anderem mit Kameramann Stephen Kazmierski (YOU CAN COUNT ON ME) und Stunt-Koordinator Cal Johnson (HANNIBAL).

Ein besonderes Privileg war für Pol Cruchten die Zusammenarbeit mit dem Komponisten und Oscar-Gewinner Bill Conti (THE RIGHT STUFF), der für BOYS ON THE RUN einen Gitarren-Iastigen, schwelgerischen Score komponierte, der den Mythos von Freiheit und unbegrenzten Möglichkeiten noch unterstreicht. „Ich fühlte mich wie ein Kind in einer Konditorei mit lauter Leckereien, eine schöner als die andere, und ich durfte sie alle probieren!“, schwärmt der Regisseur.

Unbegrenzte Möglichkeiten

Dass Pol Cruchten fasziniert war von der majestätischen Landschaft, ist mehr als offensichtlich. Bei so viel Schönheit kommt die eigentliche Geschichte fast zu kurz. Was wie das sensible Psychogramm eines vereinsamten Jugendlichen beginnt, wird bald zu einem ziemlich reißerischen Thriller, der leider eben deshalb nicht immer funktioniert, weil die Psychologie zu oft hinter den großen Effekten zurücksteht. Besonders die Tatsache, dass die wirklichen Motive der terroristischen Organisation im Dunkeln bleiben, macht es dem Zuschauer schwer, sich in die Story einzufühlen. Und Raquel Beaudine ist als pubertierende Guerillakämpferin einfach nicht im gleichen Maße glaubhaft wie Laferty zum Beispiel, der als Jack eine erfrischend natürliche Darbietung liefert.

Pol Cruchten scheint die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen Spaß gemacht zu haben. BOYS ON THE RUN ist auf jeden Fall ein Film, der die Tagträume von Heranwachsenden ziemlich gut widerspiegeln: sich ohne Eltern durchschlagen, gefährliche Abenteuer bestehen, korrupten Erwachsenen eine Lektion erteilen.

Für sein nächstes Projekt kehrt der Regisseur zurück zu seinen Wurzeln und verfilmt Jhemp Hoscheits Roman PERL ODER PICA (nach einem Drehbuch von Viviane Thill), der das Heranwachsen eines Jungen in den fünfziger Jahren erzählt. Nach Amerika nun die Minette-Gegend: unbegrenzte Möglichkeiten, wie gesagt..

SOURCE:  Télécran – Claudine Muno

Réalisateur: Pol Cruchten
Scénaristes: Frank Feitler (scénariste) Randall Fontana (histoire)

Interprètes principaux: Jesse Littlejohn, Raquel Beaudene, James Lafferty, Ron Perlman, Jimmy Herman, Diane Robin, Daniel Capellaro, Kevin Harold Miller, Anne Gee Byrd, Michael Goodwin, Lonnie R. Smith Jr.

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