Die Räuber eröffnet Festival Max-Ophüls-Preis

Les_brigands_3-900x503Vor 22 Jahren hat Pol Cruchten mit „Hochzeitsnacht“ den Ophüls-Preis gewonnen. Jetzt eröffnet sein Film „Die Räuber“ das jüngste Festival. Die Regie hat er sich mit Frank Hoffmann geteilt. Wie funktioniert sowas?

1993, als manche noch dachten, Luxemburg sei ein kleines Land voller brav-biederer Bauern und Bankangestellter, in dem nichts Aufregendes passiert, da führte uns Pol Cruchten durch eine großbürgerliche „Hochzeitsnacht“, die im Junkie-Elend endet. 22 Jahre später kratzt der damalige Gewinner des Max-Ophüls-Preises wieder an der Fassade: Zusammen mit dem Regiekollegen Frank Hoffmann präsentiert er, diesmal mit großem Staraufgebot, die Banker als Schillers „Räuber“ – als Eröffnungsfilm. „Es ist mir eine große Ehre“, sagt Cruchten. Zum einen sei Ophüls ein sehr wichtiges Festival, zum anderen habe ihm der Preis damals sehr geholfen, sehr schnell einen Produzenten für seinen zweiten Langfilm zu finden. Bei „Black Dju“ (1997), einer Geschichte um Luxemburger Immigration, standen bereits Stars wie Philippe Léotard und Césaria Evora für Cruchten vor der Kamera.

Beim folgenden Film, „Boys on the Run“ (2003), ging Cruchten noch einen Schritt weiter: Der Thriller gewann zwar keine Preise, doch drehen konnte der Hollywood-Fan ihn in der amerikanischen Wildnis. Bei „Perl oder Pica“ (2006), den Luxemburg für den Oscar einreichte, war der Regisseur Cruchten auch als Co-Produzent mit seiner 1996 gegründeten eigenen Firma Red Lion beteiligt.

Auch bei den „Räubern“ wollte Cruchten ursprünglich nur als Produzent mitwirken. Doch dann wurde eine Co-Regie draus. „Wir haben genau aufgeteilt, wer was macht“, sagt Cruchten. Frank Hoffmann, der als Regisseur vom Theater kommt – er ist Leiter des Luxemburger Nationaltheaters und der Ruhrfestspiele und war kürzlich mit George Taboris „Abendschau“ in Saarbrücken zu sehen – übernahm die Arbeit mit den Schauspielern. Cruchten kümmerte sich um alles Technische. Die Zusammenarbeit habe problemlos funktioniert. „Wir haben uns sehr gut verstanden.“ Cruchten sah in Schillers Räubern auf Anhieb das Potenzial für einen „schönen, modernen Film Noir“: Es geht um Bruderhass, um

Familiengeheimnisse, um Geld, um Korruption – alles, was das Genre verlange. Cruchten war es wichtig, dass das Ergebnis nicht amerikanisch, sondern französisch, europäisch geprägt wirkt. Gedreht wurde in den Wäldern bei Köln – weil es NRW-Filmförderung gab – und in Luxemburg, unter anderem bei Arbed. Ja, es sei schon komisch gewesen, einen Überfall auf Arcelor-Mittal zu organisieren, meint Cruchten.

Maximilian Schell (1930-2014) hatte in den „Räubern“ einen seiner letzten Auftritte. „Es war genial zu sehen“, sagt Cruchten, „mit welchem Ernst er an die Sache ging und die anderen Schauspieler nach oben trieb.“

Durchaus ungewöhnlich dürfte auch sein, dass ein französisch gedrehter Film mit französischen Stars wie Tchéky Karyo, Erik Caravaca und Isild Le Besco nun erst im März in deutscher Fassung bei uns herauskommt, bevor er in Frankreich läuft. Für einen Luxemburger ist das kaum der Rede wert. „Die Zukunft des europäischen Films ist international“, merkt Cruchten an. Sein nächster Film über Tschernobyl entstand in der Ukraine. „Er ist schon im Schnitt.“

Source : saarbruecker-zeitung.de

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